Simssee Welle fährt zur TurnOn-Preisverleihung des BR in Nürnberg

Bisher waren die Preisverleihungen des TurnOn-Wettbewerbs immer in BR-Studio in München, aber dieses Jahr ging es das erste Mal ins Studio Franken nach Nürnberg. Das war eine weiter Reise für einen Tag, aber dank einer Spende konnten wir mit dem ICE fahren und hatten so etwas Zeit, nicht nur im Studio zu sitzen, sondern auch Nürnberg ein bisschen zu erkunden. Fachwerkhäuser, Burgblick, Bratwürstl und die „Straße der Menschenrechte“, aber auch Eis und zwei „Spielplätze“ bleiben uns in guter Erinnerung. Aber der Höhepunkt war natürlich die eigentliche Preisverleihung. Mit ca. 30 anderen Schulradioteams (von über 44 teilnehmenden Schulen) aus allen Schularten und aus ganz Bayern füllten wir das große Studio. Mit Spannung und Interesse hörten wir zahlreiche Radiosendungen und trafen auf das eine oder andere Team, das wir schon im Workshop im Dezember kennengelernt hatten. Es gab wie immer Sendungen zu freigewählten Themen, aber auch passend zur aktuellen bayerischen Landesausstellung Radiosendungen zum Thema „Musik in Bayern“. Das bedeutete, dass die Schulradiobeiträge nicht nur im Wettbewerb von der Jury gehört wurde, sondern nun auch in der Landesausstellung in Freyung zu hören sein werden. Unser „alte“ Beitrag über den Sinti-Musiker Gory Kaufmann ist schon in die Ausstellung aufgenommen worden und nun haben wir noch die drei Sendungen, die schon über den Schulmanager gesendet wurden, beigesteuert:


1. „Marshmallow Moments – eine Pop-Punk Band aus Rosenheim“
Die Simssee Welle hat eine echte Band in ihrem Probenraum in Rosenheim besucht und interviewt. Die Jungs hatten ganz viel Spaß, unsere Fragen zu beantworten und ließen es musikalisch richtig krachen. Überrascht und gefreut hat uns vor allem, dass sie erzählt haben, dass es vielen Bands gar nicht wichtig ist, berühmt zu werden, sondern dass es vor allem um den Spaß am gemeinsam Musikmachen und -erleben geht. Schnitt und Moderation: Cara Dengel und Lara Baierl

2. „Neurosenheimer“
Die Simssee Welle stellt drei Musikerinnen, ein Musiker und unglaublich viele Instrumente vor. Katrin Stadler ist nicht nur Musikerin, sondern auch unsere BR-Coach, und daher konnten wir sie ganz schnell zu einem Interview überreden. Dabei gab´s nicht nur viel zu lachen, sondern auch jede Menge Infos über die vier und ihre bayerische Musikleidenschaft. Interview: Cara Dengel und Janko Gerloff / Schnitt: Cara Dengel, Sonja Hartlieb und Lara Baierl / Moderation: Cara Dengel und Nico Bursch (ehemaliges Simssee Wellen Mitglied)

3.“Was ist eigentlich Bayerische Volksmusik?“
Diese Frage hat uns der ehemalige Volksmusikpfleger für Oberbayern und Musiker der Cuba Boarischen 2.0 Leo Meixner beantwortet. Es gibt auch auch viele Instrumente und typische Musikstücke zu hören. Interview: Cara Dengel, Janko Gerloff und Lara Baierl / Schnitt: Janko Gerloff und Lara Baierl / Moderation: Cara Dengel und Marinus Staber

Hier gibt`s die Sendungen zum Nachhören!

Mit der letzten Sendung haben wir tatsächlich die Vorauswahl erreicht, d.h. wir sind unter die ersten 10 von ca. 100 Schulradiosendungen gekommen. Welche eine Aufregung, als unsere Radiobeitrag über die bayerische Volksmusik im ganzen Studio zu hören war und das ganze Team auf die Bühne durfte! Die Jury lobte unsere Sendung und die Moderation interviewte ein paar des Simssee Wellen Teams.


Danach schmeckte das Eis besonders gut und auf der Heimfahrt wurde über die verschiedenen Sendungen der anderen Teams gefachsimpelt … und schon wieder erste Ideen für neue Schulradiobeiträge gesponnen. Aber jetzt sind erstmal Ferien und Sendepause bis es wieder heißt „Servus, hier ist eure Simssee Welle!“

Michaela Hoff; Leiterin Schulradio AG

TurnOn Schulradio-Workshop im BR – Die Simssee Welle lernt bei den Profis

Die „Simssee Welle“, unser Schulradioteam, nimmt auch in diesem Schuljahr wieder am Schulradiowettbewerb TurnOn teil. Mit diesem Projekt lädt der Bayerische Rundfunk Schulradioteams aus allen Schularten und aus ganz Bayern zu einem Workshop, einer Art Schülerfortbildung, und einem anschließenden Wettbewerb ein. In den letzten Jahren waren wir mit unseren Beiträgen schon recht erfolgreich und hatten dabei nicht nur viel Spaß, sondern konnten auch jede Menge lernen.

Anfang Dezember duften wieder fünf Schüler unseres neuen Teams gemeinsam mit Frau Hoff und Frau Landendinger als begleitende Lehrkräfte vom 04./05.12.2025 nach München in die Rundfunkgebäude des BR fahren, um dort von den BR-Profis in die Geheimnisse der Radiotechnik und das Handwerk des Rundfunkreporters „eingeweiht“ zu werden. Diesmal waren das erste Mal auf dem neuen Gelände in Freimann, einer richtigen kleinen Medienstadt, und die verschiedenen Teams dürften verschiedene Reportagen u.a. über die „Abendschau“ und den Jugendsender „Puls“ aufnehmen, schneiden und als große Radiosendung präsentieren. Alle waren begeistert und wären gerne noch länger geblieben.

Nach unserer Adventskalender-Radioaktion (https://tuerchen.app/BbWqUezkzL997VRA) freuen sich alle darauf, im Januar wieder mit neuen Beiträgen aus dem Schulhausstudio zu starten. Als Unterstützung bekommt jedes Schulradioteam ihren eigenen Coach (Betreuer), der den Schülern bei der Radioarbeit an ca. drei Terminen zur Seite steht und das Team bei der Erstellung der Wettbewerbsbeiträge begleitet.

In unserem Fall unterstützt die bewährte BR-Mitarbeiterin Katrin Stadler unsere engagierten Nachwuchsreporter. In diesem Schuljahr steht das Thema „Musik in Bayern“ auf dem Wettbewerbsprogramm. Das Besondere ist diesmal, dass die eingereichten Beiträge in der Landesausstellung 2026 „Musik in Bayern“ im Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg als ein Teil der Ausstellung eingeplant sind. Das heißt, die Sendungen werden dort zu hören sein – und für uns bedeutet das, dass wir als Schulradio unbedingt mal nach Regensburg fahren müssen …

An dieser Stelle noch ein herzliches Dankeschön an die Gemeinde Stephanskirchen, die unsere Fahrt zum BR unterstützt hat und die Übernachtungskosten in der Jugendherberge übernommen hat.

Michaela Hoff & das Team der Simssee Welle

Unser Erasmus-Projekt gewinnt deutschlandweiten Preis

“Höre meine Geschichte – Europäische Geschichte im Schulradio”  wird als
Erasmus Success Story in Hamburg ausgezeichnet.

Ende September waren wir, Frau Landendinger und Frau Hoff, als Erasmus-Koordinatorinnen zur Tagung „Best of Erasmus: Lernen für die Zukunft“ nach Hamburg eingeladen worden. Dort durfte Frau Hoff als Projektkoordinatorin das nominierte Erasmus-Projekt “Höre meine Geschichte – Europäische Geschichte im Schulradio” interessierten Vertretern aus anderen Schulen und Bildungseinrichtungen vorstellen. Dieses Schulradioprojekt wurde gemeinsam mit drei Partnerschulen aus Griechenland, Portugal und den Niederlanden in den Jahren 2020 bis 2023 geplant und durchgeführt.

Zu Beginn der Tagung fand die Preisverleihung in unterschiedlichen Kategorien für eTwinnung und erfolgreiche Erasmusprojekte statt. Der Radiojournalist Ralph Erdenberger moderierte die Veranstaltung, Frau Bekeris, die Vertreterin der Kultusministerkonferenz und Senatorin für Schule und Berufsbildung in Hamburg, und Herr Stiwitz, Leiter des Pädagogischen Austauschdienstes, überreichten die Auszeichnungen. Die nominierten Schulen kamen aus allen Bundesländern und Schularten und das jeweilige Siegerprojekt wurde in einem kurzen Moderationsgespräch vorgestellt.

In der Kategorie „Medienkompetenz und digitale Bildung“ wurde wir auf die Bühne gerufen und als der Moderator meinte, dass er sich als Radiojournalist ganz besonders über diesen Preisträger freue und wir zum Einstieg eine Kostprobe hören würden, war uns klar, dass das nur unser Radioprojekt sein konnte. „Höre meine Geschichte“ wurde tatsächlich mit dem ersten Preis ausgezeichnet!

In der anschließenden Präsentation bekam unser Projekt sehr positives Feedback und viele interessierte Rückfragen. Vielleicht wird sich aus manchen Begegnungen auch ein Kontakt und Austausch für die Zukunft entwickeln. Neben der Urkunde und der anerkennenden Rückmeldung war vor allem dieser Austausch eine große Bereicherung. Das Kennenlernen der vielen anderen spannenden Projekte macht Lust auf mehr Erasmus und motiviert, auch in Zukunft die Möglichkeiten des Erasmus-Programmes für unsere Schule und vor allem unsere Schüler zu nutzen – eine große Chance, den Horizont zu erweitern und den europäischen Gedanken zu leben!

M. Hoff und S. Landendinger, ERASMUS+-Koordinatorinnen

ERASMUS+: Tag 2 an der OPS

Heute wurde intensiv am Thema der Woche gearbeitet:

Die Schülerinnen und Schüler haben in Gruppenarbeit Klassenraum-Fitnessübungen entworfen und dazu kleine Lehrfilme, sowie Handreichungen für die Lehrkräfte erstellt. Später gab es noch ein Interview mit unserem Schulradio.

Am Nachmittag stand dann ein sportlicher Zirkel mit Floorball, Bouldern und Fußtennis auf dem Programm. Da kam so mancher ins Schwitzen und alle hatten sehr viel Spaß.

Hier geht`s zu Eindrücken vom Tag unsere Freunde aus Haiming: https://ms-haiming.tsn.at/news/mit-health-wealth-stephanskirchen

Simssee Welle – Gewinner beim Schülerwettbewerb #HeimatErleben2024

Unser Schulradioteam hat in diesem Jahr am Schülerwettbewerb #HeimatErleben der Stadt und des Landkreises Rosenheim teilgenommen und ist mit ihrem Radiobeitrag über das Außenlager Haidholzen unter die Gewinner gekommen.

Die Preisverleihung fand am Montag, 10. Juni 2024 im Theatersaal in Rosenheim statt und es gab viel Applaus für die verschiedenen Wettbewerbsbeiträge zum Thema „Heimat“, die aus allen Schularten und Altersstufen eingereicht wurden. Da die Beiträge sehr unterschiedlich und entsprechend schwer zu vergleichen waren, hatte sich die Jury für mehrere erste Plätze entschieden. So erhielten alle strahlenden Gewinner wunderschöne Urkunden und ein damit verbundenes Preisgeld und freuten sich über die anerkennenden Worte der jeweiligen Laudatio. Dabei lobte die Jury bei unserem Radiobeitrag nicht nur die eigentliche Sendung, sondern auch die gründliche Recherchearbeit und unser langjähriges Engagement in der Erinnerungskultur. Besonders bewegt hat uns die Aussage eines Jury-Mitglieds, dass einige nach der Radiosendung so berührt waren, dass sie Tränen in den Augen hatten. Unser Ziel war es, nicht nur sachlich über die Lagergeschichte zu informieren, sondern mittels persönlicher Darstellungen der beiden Zwangsarbeiter Martin und Kuzma auch die emotionale Seite der Hörer anzusprechen. Stellvertretend für die riesige Zahl von Opfern des Nationalsozialismus wurde mit den beiden Biografien das Leid, aber auch die geschichtlichen Zusammenhänge, exemplarisch sichtbar und auf menschlicher Ebene erfahrbar. Dass dies Anerkennung fand, motiviert das ganze Team, sich auch weiterhin für die Erinnerungskultur einzusetzen und diese Form der Biographiearbeit fortzusetzen.

M. Hoff, Leiterin Simsseewelle

Schulradioteam erprobt neue technische Ausrüstung

Workshop mit zwei BR-Coaches am 22.02.2024

Dank noch verfügbarer Gelder unseres letzten Erasmus-Projektes zum Thema „Höre meine Geschichte – Europäische Geschichte im Schulradio“ konnte sich das Schulradioteam eine neue technische Ausrüstung kaufen.

Bei der Einrichtung des kleinen Podcast- und Hörspiel-Studio wurden wir von Valentin Nowak vom BR fachmännisch beraten und begleitet. Um die neue Tontechnik auch richtig einsetzen zu können, erklärte er sich auch bereit, die neue Technik aufzubauen und eine Einweisung für das ganze Team und die Musikklasse 7- 9 durchzuführen.

So fand gemeinsam mit unserer BR-Coachin Katrin Stadler ein interessanter und für alle aufregender Workshop am Nachmittag des 22.02. statt. Jeder durfte mal ans neue Mischpult und als Sprecher hinter eins der vier neuen Mikros. Spontan entstanden kleine Test-Podcasts und wir waren alle begeistert von den technischen Möglichkeiten und dem unglaublichen guten Klang der Aufnahmen.

Alle waren sich einig, dass mit diesem Studio nach mehr als 13 Jahren Simssee Welle eine „neue Zeit des Schulradios“ beginnt. Wir freuen uns riesig und bald auch unsere Hörer, wenn es wieder heißt: „Hier ist eure Simssee Welle!“

M. Hoff

Zeitzeugengespräch mit Ernst Grube

Am Mittwoch 11.10.2023 besuchte Ernst Grube die Otfried-Preußler-Mittelschule, um als Zeitzeuge den Klassen 9 und 10 aus seinem Leben während der NS-Zeit und der Nachkriegszeit zu berichten.
Die Schülerinnen und Schüler informierten sich vorab mit einer online Bild- und Tonbiografie im Dokuzentrum München und bereiteten Fragen für das Zeitzeugengespräch vor.



Herr Grube wurde 1932 in München geboren und erlebte als Kind, wie seine Familie immer mehr ausgegrenzt und verfolgt wurde. Seine Mutter war Jüdin und sein Vater versuchte seine Familie vor der Bedrohung durch die Nationalsozialisten zu schützen. Nach der Reichspogromnacht 1938 waren die Eltern gezwungen, die drei Kinder in ein jüdisches Waisenhaus zu geben. Dort lebten die Kinder zwar in einem vorerst geschützten Raum, aber die Ausgrenzung in der Öffentlichkeit war doch auch für die Kinder zu spüren. Dieser Schutzraum zerbrach schlagartig als ein großer Teil der Kinder deportiert wurden. Ernst Grube und seine Geschwister wurden in ein Sammellager in Milbertshofen gebracht und erlebten dort schreckliche Lebensbedingungen und die Verzweiflung einer völlig unklaren Zukunft. Für einige Zeit kamen sie zurück zu ihren Eltern, doch Anfang 1845 wurden die Mutter und die drei Kinder nach Theresienstadt deportiert. Sie überlebten, aber der Tod aller Verwandten mütterlicherseits lastete schwer auf der ganzen Familie. Ernst Grube durfte nach Kriegsende endlich in die Schule gehen und Gleichaltrige kennenlernen. Er machte eine Lehre als Maler, holte das Abitur nach, heiratete, studierte und wurde Berufsschullehrer. Gleichzeitig engagierte er sich politisch in der Gewerkschaft und kämpfte u.a. gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands. In seiner politischen Arbeit erfuhr er wieder Ausgrenzung und staatliche Sanktionen. Bis heute ist Ernst Grube als Zeitzeuge aktiv in der Bildungsarbeit, an Gedenkstätten und in Schulen unterwegs. Er erzählt unermüdlich seine Geschichte und stellt sich den Fragen der jüngeren Generation.

Wir sind dankbar, dass wir die Gelegenheit hatten, ihn und seine Geschichte kennenzulernen, und wir wissen um die Kostbarkeit einer solchen echten Begegnung.
Danke Herr Grube, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben!



Hier einige Zitate von Schülerinnen und Schülern der Klasse 9cM:

„Ich fand es sehr toll, dass er sich für uns die Zeit nahm und uns von seinen Erlebnissen erzählt hat.“

„Ich finde es sehr gut, dass Herr Grube uns besucht hat. Er hat mir ein größeres Bild von der damaligen Zeit gegeben.“

„Herr Grube ist ein sehr aufgeschlossener und besonnener Mensch. Er hat uns von seinen Erfahrungen und Erlebnissen erzählt, die ihn geprägt haben. Vor allem seine ruhige Art hat mich sehr beeindruckt. Er hat bei jeder Frage sehr bedacht reagiert, um uns eine gute und vernünftige Antwort zu geben. Seine ruhige Art hat sich auf alle Zuhörer übertragen.“

„Herr Grube hat viel Schlimmes erlebt, aber ich fand es schön, dass er mit uns diese Erlebnisse geteilt hat.“

„Es war sehr interessant ihm zuzuhören und er hat alle unsere Fragen mit viel Geduld beantwortet.“

„Für mich war es ein bedrückendes Gefühl als Ernst Grube von seinen schlimmen Erfahrungen erzählt hat. Ich hätte mir nie vorstellen können, wie es wirklich für die Menschen in der NS-Zeit war, aber jetzt schon ein bisschen mehr. Es ist wirklich bewundernswert, dass Ernst Grube sich noch an so viele Details nach fast 90 Jahren erinnern konnte. Nach der Geschichte war es voll still im Klassenzimmer, weil keiner erstmal reden konnte.“

„Die Lebensgeschichte von Ernst Grube hat mich echt grübeln lassen. Ich fand es gut, wie er versucht hat, uns alles so genau wie möglich zu erzählen und zu beschreiben.“

„Ich fand das Zeitzeugengespräch sehr interessant und habe viel Neues gelernt. Vor allem haben wir erfahren, wie er als Kind im Kinderheim und im Lager gelebt hat und wie er sich dort gefühlt hat.“

„Mir gefiel der Besuch von Herrn Grube sehr gut. Er hat viel über die damalige Zeit, aber auch über seine Gefühle und seine Trauer erzählt. Die Bilder in der Präsentation haben mir geholfen, mir die Zeit besser vorzustellen.“

„Ich habe sehr viel erfahren und mitgenommen. Es war sehr spannend als wir unsere vorbereiteten Fragen stellen konnten. Dabei hat er sich sehr viel Mühe gegeben alles zu verstehen und jede Frage ganz genau zu beantworten.“

„Ich habe es sehr interessant gefunden, diese Zeit von seiner Seite zu hören. Meistens hören wir es nur von Lehrern und lesen es in Büchern, aber am Dienstag konnten wir es direkt aus erster Sicht hören. Ich fand es sehr emotional, da man immer im Hinterkopf hatte, dass er diese schlimme Zeit wirklich erlebt hat. Außerdem finde ich es krass, wie er sich mit seinen fast 91 Jahren an fast alles noch erinnern kann. Ich fand ihn persönlich auch sehr nett und er hat jede unserer Fragen genauestens beantwortet.“

M. Hoff

Schulradio und Zeitgeschichte – Erasmus-Fahrt nach Nürnberg vom 10.08. bis 13.07.2023

Erasmus+ Projekt „Listen to my story – European History on school radio“

Als Abschluss unseres intensiven Erasmusjahres hat sich das Schulradioteam noch einmal auf Tour begeben. 11 Schüler*innen aus den Jahrgangsstufen 8 – 10 haben sich gemeinsam mit Frau Hoff und Herrn Burghartswieser auf den Weg nach Nürnberg gemacht, um dort noch einmal gemeinsam tief in die Geschichte einzutauchen. Die Fahrt mit dem ICE ging so schnell, dass wir nach einem kurzen Gepäckablagestopp im Hotel schon mittags eine kleine Runde durch die Nürnberger Altstadt drehen konnten und dort die ersten Bratwürstl und ein Eis genossen. Schon bei dieser ersten Besichtigung erfuhren wir, dass die wunderschönen mittelalterlichen Gebäude der Stadt eigentlich überwiegend nachgebaut sind, da 90 % der Altstadt im 2. Weltkrieg durch Fliegerangriffe zerstört wurde. Und so waren wir schon am ersten Tag, bevor wir uns überhaupt mit den Nürnberger Gesetzen, dem Reichparteitagsgelände und den Nürnberger Prozessen beschäftigt hatten, mitten in unserem Geschichtsthema „Zeit des Nationalsozialismus“ angelangt. Trotzdem wollten wir auch etwas von der mittelalterlichen Geschichte kennenlernen und so besuchten wir als erstes das Dürer-Haus, in dem der berühmte Künstler Albrecht Dürer in der Renaissance (15./16. Jahrhundert) lebte und arbeitete. Danach waren wir alle von der Hitze so geschafft, dass wir vor dem Abendessen erstmal für eine erfrischende Dusche ins Hotel fuhren. Im letzten Abendlicht haben wir dann noch die „Straße der Menschenrechte“ besichtigt. Dort stehen in einer lange Reihe viele Säulen, auf denen jeweils ein Menschenrecht auf Deutsch und in einer anderen Sprache zu lesen ist. Ein beeindruckendes Kunstwerk!

Unsere Hotelzimmer waren leider sehr heiß, so dass der Zustand des „Frischgeduschtseins“ immer nur sehr kurz anhielt. Umso mehr freuten wir uns auf unsere Führung durch die berühmten Keller der Nürnberger Altstadt. Nach einem kurzen Abstecher auf die Burg ging es hinab in das unterirdische System an Gewölben und Gängen. Wir erfuhren, dass diese Keller ursprünglich für die Lagerung von Bier angelegt wurden, später dann aber vielen Menschen das Leben retteten, als Nürnberg vor allem am Ende des Krieges stark bombardiert wurde und die Nürnberger diese Keller als Bunker benutzten. Die Stadtführerin erzählte auch viel über die Geologie (Sandstein) der Gegend und viele Interessantes aus dem Mittelalter. Leider konnten wir die Kühle nicht mitnehmen und so wurde der zweite Teil des Tages eine wirklich sehr heiße und durstige Angelegenheit. Mit der Straßenbahn fuhren wir zum Dokuzentrum des ehemaligen Reichparteitagsgelände und überstanden dort tapfer eine dreistündige Tour durchs ganze riesige Gelände. Für die Nationalsozialisten, insbesondere Hitler selbst, war Nürnberg neben Berlin und München die wichtigste Stadt. Mit ihrem Mittelaltercharakter war die alte Kaiser- und Reichsstadt sozusagen die „deutscheste aller deutschen Städte“. Daher wurden dort die riesigen Reichsparteitage, also die jährlichen Versammlungen aller NS-Organisationen, abgehalten. Hierfür plante Hitler und sein Architekt Albert Speer unglaublich monumentale Gebäude, wie eine riesige Kongresshallen oder ein Stadium für über 400 000 Zuschauer, von denen zwar die meisten nicht fertig gestellt oder gar nicht begonnen wurden, weil mit Kriegsbeginn die Bauarbeiten stoppten, von denen man aber genug sah, dass man ahnen konnte, wie größenwahnsinnig dieses Pläne waren. Auf der Tour nutzen wir jeden noch so kleine Schatten, trotzdem waren wir am Ende wirklich alle am Ende. Daher ging es danach fast direkt in ein schattiges Freibad, um wieder etwas abzukühlen. Mit leckerer Pizza und selbstgemachter Limonade endete ein anstrengender, aber sehr interessanter Tag.

Am Mittwoch hieß es früh aufstehen und schnell zum Bahnhof kommen, um mit Zug und Bus nach Flossenbürg, ein kleinen Ort in der Oberpfalz nahe der tschechischen Grenze, zu fahren. Vor vier Jahren lernte das damalige Schulradioteam Herrn Skriebeleit, den Leiter der Gedenkstätte Flossenbürg, bei einer gemeinsamen Radiosendung im BR kennen. Nun konnten wir endlich die Einladung annehmen und bekamen dort eine sehr interessante und bewegende Führung. Herr Rittner, ein sehr engagierter und einfühlsamer Mitarbeiter, ging auf alle unsere Fragen ein – wir hatten natürlich das Aufnahmegerät dabei -, interessierte sich auch sehr für uns als Radiogruppe und brachte uns die Geschichte des Lagers sehr anschaulich nahe. Wir waren uns alle einig, dass war die beste Führung, die wir je hatten. Besonders eindrucksvoll war, dass das Lagergelände zum Teil von ehemaligen Flüchtlingen nach dem Krieg besiedelt wurde und sich heute viele Einfamilienhäuser auf einem Geländeteil befinden. Das hat uns sehr an die Geschichte des Haidholzener Außenlager erinnert, das ja auch nach dem Krieg als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde. Die damaligen Zwangsarbeiter im KZ Flossenbürg arbeiteten in einem Steinbruch und das Lager wurde extra für den Granitabbau gegründet, der wiederum dem Bau des Stadiums auf dem Reichsparteigelände dienen sollte. Gut, dass wir uns dies am Vortag mit eigenen Augen gesehen hatten. Nach dem ausführlichen Rundgang wartetet dann noch ein schöner Abschluss auf uns. Im dortigen Museumscafé, das inklusiv mit einem gemischten Team aus behinderten und nicht-behinderten Menschen geführt wird, wartete man schon mit liebevolle gekochte Mittagsgerichten auf uns. Nach dem anschließenden Besuch des Gedenkstättenmuseums, wo wir viele Zeitdokumente und Fotos zu den Arbeits- und Lebensbedingungen im Lager sehen konnten, ging es zurück nach Nürnberg.

An unserem letzten Tag beschlossen wir den Nürnberger Tiergarten zu besuchen und genossen es in Kleingruppen unterwegs zu sein. Aus Tierschutzgründen war dieser Ausflug nicht ganz unumstritten, aber die demokratische Entscheidung haben dann alle mitgetragen. Trotzdem war es ein guter Anlass, um über Fragen der Tierhaltung zu diskutierten und die Gehege uns ganz genau anzusehen.

Zum Schluss kann ich jetzt einfach nur ein riesiges Kompliment an die ganze Gruppe geben: Ihr wart ein wunderbar interessiertes und lebendiges Team, man konnte sich auf euch verlassen und es hat viel Freude gemacht, zu erleben, mit wieviel Wertschätzung und gutem Miteinander ihr unterwegs wart. Es liegt ein tolles Radiojahr hinter uns. Danke an alle Radiomitglieder, die uns jetzt verlassen, für ihre engagierte Arbeit und ein herzliches Willkommen an alle, die neu dazugekommen sind! 

Und für alle unsere Hörer, die sich wundern, warum wir so lange nichts gesendet haben, obwohl doch so viele Sendungen entstanden sind, gibt es noch eine kleine Erklärung: die Mehrheit des Teams war jetzt sehr lange im Abschlussprüfungsstress und jetzt aktuell sind viele Klassen nicht im Haus sind, und daher haben wir beschlossen, dass wir mit den Sendungen erst zu Schuljahresbeginn starten. Dann werden wir auch alle interessierten Klassen mit unserer Erasmus-Präsentation besuchen, denn es gibt ja noch so viel zu erzählen…

M. Hoff