Namen statt Nummern

Im Rahmen des Stolpersteinprojekts war unser Schulradioteam am Freitagabend zur Vorstellung der diesjährigen Gedächtnisblätter in die KZ Gedenkstätte nach Dachau eingeladen. Diese Veranstaltung findet seit zwanzig Jahren immer am 22. März, dem 86.Jahrestag der Errichtung des Konzentrationslagers Dachau, statt. Zehn Häftlingsbiografien wurden in diesem Jahr stellvertretend für die unzähligen Opfer vorgestellt. Historiker, Lehrer, Studenten, junge Menschen aus Freiwilligen Diensten, aber auch Angehörige und ehemalige Nachbarn haben in mühevolle Recherchearbeit Puzzlestücke aus Dokumenten, Briefen, Gesprächen und Bilden zusammengetragen und so aus den anonymen Nummern wieder Menschen mit Namen, Gesichtern und Geschichten gemacht. So auch Herr Dr. Nowotny, der die Biografie Johann Vogls im Rahmen der Stolperstein Initiative  zusammengesammelt und aufgeschrieben hat. Johann Vogl wurde 1936 aufgrund seiner politischen Unbeugsamkeit von den Nazis nach Dachau verschleppt und starb dort ein Jahr später. Im Sommer 2018 war das Radioteam dabei, als am Kiosk in Schloßberg für Johann Vogl ein Stolperstein verlegt wurde. Nun erinnert an ihn auch ein Gedächtnisblatt in der Gedenkstätte in Dachau. Unser Radioteam durfte an der Verlesung teilnehmen und Herr Nowotnys Vortrag mit Ausschnitten aus den Briefen Johann Vogls unterstützen. Die vielen unterschiedlichen Biografien und Schicksale zu hören, waren für alle ein sehr bewegendes Erlebnis.

M. Hoff

Unterrichtsgang der neunten Klassen zur KZ-Gedenkstätte Dachau am 30.11.2017

Die vier 9. Klassen besuchten im Rahmen des GSE-Unterrichts am Donnerstag 30.11 die KZ-Gedenkstätte Dachau. Jede Klasse erhielt dort eine eigene Führung und konnte so das Gelände und die Gebäude intensiv erkunden und vor allem auf sich wirken lassen. Neben den vielen Informationen waren es vor allem die persönlichen Eindrücke vor Ort, die die Schüler bewegten und betroffen machten. Alleine die kurze Erfahrung im eiskalten Wind auf dem Appellplatz zu stehen und ruhig zu zuhören, machte die qualvollen Lebensbedingungen des Arbeitslagers ein wenig spürbar. Oder im Museum konnten wir beispielsweise auf der großen Karte mit den KZ-Außenlagern das Lager in Stephanskirchen entdecken und feststellen, wie nah uns doch plötzlich das Thema kommt. Auch die Aussicht, dass im kommenden Jahr für einen Stephanskirchener Bürger ein sogenannter Stolperstein verlegt werden soll, hat großes Interesse geweckt. Zwar konnten wir in der Kürze der Zeit den damaligen „Schutzhäftling“ Johann Vogl in der Ausstellung nicht entdecken, aber bei der Suche nach ihm sind umso mehr andere Gesichter und Geschichten der Ausstellung im Gedächtnis geblieben. Wieder zurück im Klassenzimmer ergänzte noch ein Dokumentarfilm die Thematik und die Schüler tauschten sich über die z.T. unterschiedlichen Details der jeweiligen Führung aus.

Insgesamt ein sehr wertvoller, aber auch emotional anstrengender Tag!

Michaela Hoff