Mit Berchtesgadener Land Milch für mehr Nachhaltigkeit

Seit ein paar Wochen haben wir unsere Pausenverpflegung auf Milchprodukte der Molkerei Berchtesgadener Land umgestellt. Dieser regionale Betrieb ist mit seinem Konzept Gewinner des Nachhaltigkeitspreises 2019 und damit für uns natürlich ein sehr interessanter Partner. Die Milch selbst wird von regionalen Landwirten eingesammelt und die Verpackung besteht bereits zu 80 % aus recycelten Rohstoffen. Wir sammeln die anfallenden TetraPaks in speziell dafür aufgestellten Tonnen und führen diese wieder in den Verwertungskreislauf zurück, so dass kein Müll liegen bleibt und unser Schulgelände seit der Einführung nachweislich viel sauberer geworden ist. Die Kunststoffdeckel sammeln wir extra und beteiligen uns damit an der Aktion „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung!“
Und ganz nebenbei schmeckt die neue Milch auch noch sehr gut, so dass die Umstellung für alle Beteiligten und für die Umwelt ein großer Gewinn war!

Fair Trade und Nachhaltigkeit als Thema

Im Rahmen der Projektprüfung der 10. Klassen müsse die Schüler in wenigen Tagen ein komplexe Aufgabenstellung bearbeiten. In diesem Jahr waren entsprechend unseres UNESCO-Profils Nachhaltigkeit und Fair Trade die großen Oberthemen und in diesem Zusammenhang sind diese zwei bemerkenswerte Artikel von Schülern dazu entstanden:

Was ist so schlecht an Bananen?

Zurzeit haben wir unsere Abschlussprüfung und deswegen beschäftige ich mich mit dem Thema „negative Begleiterscheinungen beim konventionellem Handel für die Produzenten“.

Egal ob als Energielieferant zwischendurch oder zum Start in den Tag; zum Glück kann man sich durch Bananen immer etwas Farbe in den grauen Alltag holen. Die gelbe gekrümmte Sehnsuchtsfrucht erfreut sich bei vielen Menschen einer großen Beliebtheit. Doch viele Leute wissen nicht, welche negativen Begleiterscheinungen sich bei einem konventionellen Handel für die Produzenten ergeben können:

Negative Auswirkungen auf die Bauern und die Umwelt

Eines der Stichworte ist das Einsetzen von Spritzmittel und Pestiziden, was nicht nur uns schadet, sondern auch den Arbeitern. Doch ohne das Einsetzten dieser Mittel ist es nicht möglich, innerhalb kurzer Zeit die Bananenproduktion anzukurbeln. Dies kann jedoch große Auswirkungen auf dem Produzenten haben, da die Arbeiter an den Bananenplantagen in ihrer eigenen Kleidung arbeiten und keinerlei Arbeitskleidung zur Verfügung haben. Das führt dazu, dass die Arbeiter die giftigen Stoffe abbekommen und sie über ihre Kleidung weiter übertragen. Häufige Folgen für die Arbeiter sind Dermatitis und Augenschädigungen, bis zur Erblindung was zur Arbeitsunfähigkeit führt und somit ein großer Verlust für Produzenten ist.

Die Bananen kommen hauptsächlich aus der Südhalbkugen, denn dort herrscht das Klima für den richtigen Anbau und Wachstum der Bananenstauden, jedoch ist es dort so heiß, dass es viele Arbeiter und Arbeiterinnen gibt, welche es nicht schaffen den ganzen Tag Bananen zu ernten. Die Bäuerinnen und Bauern müssen die Bananen mit der Hand ernten, da sie keine technisch fortgeschrittenen Geräte haben, die diese Arbeit übernehmen können.

Bananen sind gesund und lecker, jedoch, was viele nicht wissen ist, dass die Bauern in anderen Ländern, in denen das Klima für den Anbau herrscht, nicht sehr viel an dem Verkauf verdienen. Sie verdienen nur einen kleinen Teil des Geldes, welches beim Verkauf eingenommen wird und können somit ihre Familien und ihre Kinder nicht richtig davon ernähren, aufgrund von Geldmangel.

Noch dazu kommt, dass die Bananenstauden umgeschnitten werden, damit das ernten schneller vorangeht aber dadurch den Affen der Lebensraum weggenommen wird und die Produzenten müssen neue Stauden pflanzen. Außerdem werden die Bananenstauden gespritzt, damit sie schneller wachsen doch dies ist wiederum nicht gut für die Gesundheit der Bäuerinnen und Bauern, sowie den Konsumenten.

Anders als bei Fair Trade bekommen die Bäuerinnen und Bauern keine gemeinsamen Anschaffungen oder Fortbildungen, damit sie ihre Ernteerträge erhöhen könnten. Sie können sich außerdem keine Bildung, Gesundheitswesen oder Sonstiges finanzieren, da sie kein oder nicht viel Geld bekommen.


Konventioneller Handel mit Kakao

Was ist konventioneller Handel?

Konventioneller Handel basiert auf Angebot und  Nachfrage. Bei großer Nachfrage wird das Angebot teurer, solange bis die Ware größer als die Nachfrage geworden ist. Dann sinkt der Preis wieder. Er richtet sich also nicht nach den Bedürfnissen der Produzenten. Das heißt, auch wenn ein Kleinbetrieb lange Arbeitstage und viel gearbeitet wird, haben sie trotzdem nicht genug finanzielle Mittel, ihre Arbeiter bzw. Arbeiterinnen ausreichend bezahlen können, damit diese ihre Familie ernähren können. Derartige Umstände haben den Gedanken an fairen globalen Handel gestärkt. Das Gegenteil des konventionellen Handels ist der faire Handel. Hierbei wird versucht, den Menschen aus aller Welt denselben menschenrechtlichen Mindeststandart zu ermöglichen. Somit sollte jeder den Anspruch auf Nahrung, Kleidung, Bildung und einer Unterkunft im sozialen Umfeld haben.

Kakao

Wer Schokolade ist, denkt vielleicht über Geschmack oder Kalorien nach, jedoch nicht über die Produktion in Afrika. Von miserablen  Arbeitsumstände und Kinderarbeit wird leider viel zu selten gesprochen. Dies ist allerdings die bittere und zugleich traurige Wahrheit. Allein in Ghana und der Elfenbeinküste arbeiten ca. 11 Millionen Kinder und davon hunderttausende unter ausbeuterischen Bedingungen. Sie arbeiten mit Chemikalien und gefährlichen Maschinen. Dazu können sie nicht in die Schule gehen. Wenn sie die Möglichkeit auf Bildung haben können sie die Schule jedoch nur selten besuchen. All dies ist die Folge eines fallenden Kakaopreises. Bauern versuchen die Kosten möglichst gering zu halten, um noch eine Chance auf dem Weltmarkt zu haben, daher müssen selbst Kinder hart arbeiten.             

Wenn sie die Möglichkeit auf Bildung haben können sie die Schule jedoch nur selten besuchen. All dies ist die Folge eines fallenden Kakaopreises. Bauern versuchen die Kosten möglichst gering zu halten, um noch eine Chance auf dem Weltmarkt zu haben, daher müssen selbst Kinder hart arbeiten.            

In Zukunft sollte sich also jeder bewusst sein, unter welchen Umständen die billige Schokolade aus dem Supermarkt produziert wurde und welche Auswirkung sie auf andere Menschen hat. Wer jedoch nicht auf den Genuss verzichten möchte, kann sich seinen Kakao oder Schokoladenprodukte auch aus fairem Handel kaufen, ohne sich ein schlechtes Gewissen über das Leid der Produzenten machen zu müssen. 

 

 

 

 

 

Die Klasse 5a ist dem Thema Gesundheit und Nachhaltigkeit auf der Spur

Am 24. November hatte die Klasse 5a gleich mehrere Termine in Rosenheim. Zunächst besuchten wir Strehles deli.bioladen in der Herzog-Otto-Straße in der Innenstadt, der sowohl eine Kantine für vegane und vegetarische Gerichte als auch Bioladen in einem ist. Der Inhaber Torsten Strehle erzählte uns, was man alles machen kann, um die Welt ein bisschen besser zu machen.

Dazu gehört unter anderem:

– hin und wieder Verzicht auf Fleisch, da zur Fleischproduktion sehr viel Grünfutter nötig ist

– Verzicht auf unnötige Reichtümer

– Verzicht auf zu viel Verpackung, v.a. Plastik

Die Sache mit der Verpackung hat uns dann auch genauer interessiert, weshalb wir im Anschluss das erst in diesem Jahr neu eröffnete Geschäft „nimm`s LOSE“ ansteuerten. Hier kann man Lebensmittel unverpackt kaufen, indem man seine eigenen Behälter mitbringt oder diese im Laden erwirbt. Die Aufbewahrungsboxen werden am Anfang gewogen und das Gewicht wird am Ende vom Gesamtgewicht abezogen. So weiß man, wie viel man von einem Produkt gekauft hat. Christian Stibane verkauft sogar Spülmittel als „loses“ Produkt. Die Kanister sind zwar auch aus Plastik, werden aber von der Firma immer wieder neu befüllt. Besonders interessant war, dass bei nimm`s LOSE Eier von Zweinutzungshühnern aus Stephanskirchen verkauft werden.

Letzter Termin an diesem Vormittag war der Besuch der Pharao-Ausstellung im Lokschuppen, wo wir an einer Studie der Universität Eichstätt-Ingolstadt teilnahmen. Hier wird derzeit untersucht, wie die Art der Führung durch das Museum den Lerneffekt beeinflusst. Wir wurden von einem einem Team der Uni, das aus einer Professorin und ihren wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen bestand, in Kleingruppen durch das Museum geführt. Die Schwerpunkte durften wir selbst wählen. Vor und nach der Führung müssen wir verschiedene Tests ausfüllen, um herauszufinden, wie viel die Museumsführung gebracht hat. Natürlich gibt es auch andere Gruppen, die eine ganz normale Führung erhalten. Nur so kann man vergleichen, welche Methode besser ist.

Martina Ludsteck