Für einen Tag erwachsen sein

Grundschüler bei der FETE der Raiffeisenbank

Auch in diesem Schuljahr durften die ersten und zweiten Klassen nach Prutting zur Mini-Raiffeisenstadt fahren, um dort als kleine Erwachsene das grundlegende System des Wirtschaftskreislaufes zu erleben.

Dabei bekam jedes Kind beim “Arbeitsamt” einen Job und wurde für seine Arbeit in “Mini-Euros” entlohnt. Anschließend konnte dieses Geld für Essen, Getränke, Massagen oder z.B. im Kino wieder ausgegeben werden. Beliebt waren nicht nur die Arbeiten im “Krankenhaus” oder bei der “Zeitung”, sondern genauso auch als “Müllmann” oder “Kellner”. Am Ende des Vormittages stand fest: Dieser Projekttag hat allen Spaß gemacht.

K. Althaus

Schulfest 2018

Spielmannszug beim Schulfest an der Otfried-Preussler-Schule

Die Schulfeste an der Otfried-Preussler-Schule sind in jedem Jahr ein besonderes Erlebnis. Auch in diesem Jahr wurde mit Hochdruck und vereinten Kräften an der Vorbereitung des schulinternen Sommerfestes gearbeitet.
Unter dem Motto „Kunterbunt“ wurden viele Aktionen, Attraktionen, leckere Speisen und Getränke sowie eine Kunstausstellung angeboten. Leider machte ein Tiefdruckgebiet mit Dauerregen den Plänen eines Sommerfestes im Freien einen gehörigen Strich durch die Rechnung und das Schulfest wurde kurzerhand in den Schulräumen veranstaltet. Und so fanden in den gesamten Gebäuden und Turnhallen verschiedenste Mitmachaktionen, Aufführungen und Herausforderungen statt, die von den einzelnen Klassen veranstaltet und betreut wurden. In den beiden Aulen konnten sich die zahlreichen Besucher an den Bänken und Tischen ausruhen und ihre Brotzeit oder ihren Kuchen genießen. In der Aula der Mittelschule sorgten verschiedene Aufführungen einzelner Schülergruppen, so z.B. unseres Volksmusiktrios oder des Schulchors für die Unterhaltung unserer Gäste.

Bereits seit dem vergangenen Schuljahr bildete sich eine enge Zusammenarbeit mit dem Spielmannszug Stephanskirchen. Die Schulleitung entwickelte gemeinsam mit dem Musikalischen Leiter Franz Kotter den Plan für eine Flötenklasse im Rahmen der Offenen Ganztagsschule für das Schuljahr 2019/20. Neben dieser geplanten Zusammenarbeit ist der Spielmannszug auch durch einige Aktive, die gleichzeitig Schüler der Otfried-Preussler-Schule sind, verbunden. So nahmen die Spielleute gerne die Einladung zum Schulfest nach Stephanskirchen an und begeisterten die Zuhörer mit Stücken aus dem aktuellen Repertoire. Mit der Unterstützung von Just Music München konnten Kinder und Jugendliche an einem Info-Stand Musikinstrumente kennenlernen und ausprobieren. Der Spielmannszug möchte mit dieser Aktion interessierte junge Menschen für das gemeinsame Musizieren im Verein begeistern.

Einen besonderen Höhepunkt des Standkonzerts bildete die Übergabe des Dirigentenstabes an die beiden Schulleiter Florian Burggraf und Peter Hofmeister.


Hier zeigte sich, dass die Aufgabe der Schulleitung und das Amt des Dirigenten viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Beide Tätigkeiten erfordern eine klare Ansage, Umsicht und Einfühlungsvermögen. Die beiden Schulleiter meisterten das Dirigieren mit großem Geschick. Mit enormer Taktsicherheit und musikalischem Talent begeisterten sie alle Anwesenden. Diese Darbietung wurde mit reichlich Applaus belohnt und bereitete auch den beiden Schulleitern viel Freude.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die zum Gelingen dieses schönen Festes beigetragen haben!
 

 

Urkunde für Otfried-Preußler-Grund- und Mittelschule Stephanskirchen

Schule hat im Schuljahr 2017/2018 erfolgreich am Coaching Schulverpflegung teilgenommen

Stephanskirchen/Ebersberg: Im Rahmen der Fachtagung Kita- und Schulverpflegung mit dem Motto „Genussort Mahlzeit – Food-Trends in Kita und Schule“ fand am 12. Juli 2018 im Alten Speicher in Ebersberg die Urkundenverleihung Coaching Kita- und Schulverpflegung 2017/2018 statt. Diesmal wurde das Coaching ganz neu nach den Bayerischen Leitlinien Kita- und Schulverpflegung durchgeführt. In den 10 Jahren der Vernetzungsstelle wurden bisher 66 Schulen und 32 Kindergärten gecoacht. 5 Kitas und 6 Schulen haben heuer am Coaching teilgenommen. Unter Ihnen war auch die Otfried-Preußler-Grund- und Mittelschule Stephanskirchen. Die Stephanskirchener Schule mit Schulleiter Florian und Burggraf und Verpflegungsbeauftragter Sabine Sinnesbichler wurden von Schulverpflegungscoach Doris Bernhofer über ein Schuljahr im Bereich Mittagsverpflegung gecoacht.

An der Grundschule mit verlängerter Mittagsbetreuung und der Mittelschule mit offenem Ganztagesangebot gibt es 50 bis 80 Essensteilnehmer pro Tag. Die Mensa wird von der Hofmann Menümanufaktur mit tiefgefrorenem Essen beliefert: Vor- und Hauptspeise oder Haupt- und Nachspeise. Zusätzliche Speisekomponenten werden selber eingekauft und zubereitet, zu einem sehr großen Anteil biologisch und regional.

Die Schule hatte hinsichtlich Mittagsverpflegung folgende Herausforderungen: Der Speiseplan soll nach DGE optimiert werden. Das Essen schmeckt – darin sind sich fast alle Schüler einig. Auch einige Lehrer, einschließlich der Schulleitung, essen gerne in der Mensa. Die Lautstärke und der eher kahle Mensaraum trüben den Genuss.

Während des Coachings ergaben sich daraus folgende Lösungen: Der Speiseplan wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Caterer geändert: mehr Vollkornnudeln und Naturreis, nur noch wenige Süßspeisen, viele neue vegetarische Gerichte (Linsencurry, Gemüseschnitzel). Kräuter und Blüten aus dem Schulgarten verfeinern die Gerichte – gleichzeitig wertvoller Beitrag zur Ernährungsbildung. Leitlinien wurden erstellt: “Da schmeckt’s uns” ist das Motto für die Verpflegung.

Viele Maßnahmen wurden zur Verminderung des Geräuschpegels in der Mensa unternommen(z. B. Wachstuchtischdecken, Lärmampel). Die Wände wurden neu gestaltet durch ein Kunstwerk von Kirchenmaler und Schüler.

Dazu F. Burggraf, Rektor: “Das Coachingprojekt hat alle Parteien an einen Tisch geholt und so konnten die Abläufe für alle passend optimiert werden. Gerade nach dem Neustart mit einem neuen Essensanbieter war dies sehr wichtig und gewinnbringend. Außerdem gelang durch die verbindlichen Zielsetzungen in kürzester Zeit eine optische Aufwertung unserer Schulmensa, was schon lange beabsichtigt war!”

Irmgard Reischl, Leiterin der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Oberbayern Ost dankte allen Beteiligten am Coaching der Otfried-Preußler-Schule für deren Engagement, gratulierte zum gelungenen Coachingabschluss und wünschte, dass sie auch in Zukunft an dem Thema „Mit gutem Essen Schule machen“ dran bleiben. „Denn gute Schulverpflegung ist Teil eines gelingenden Schullebens. Von gutem Essen profitieren alle“, so Reischl.

Die weiteren Teilnehmer am Coaching Kita- und Schulverpflegung 2017/2018 waren:

Evangelische Kita Regenbogen Eching// Kinderhaus „Die Wolperdinger“ Erding // AWO Kinderhaus Straßäckerallee Unterföhring// Parikita ROBienchen München // Elterninitiative e.V. im Plieninger Familienland Pliening // Montessori Volksschule Aufkirchen // Gymnasium Grafing // Bayerische Landesschule für Körperbehinderte München // Dominik-Brunner-Realschule Poing// Dorfschule Walchensee.

Das Angebot Coaching Kita- und Schulverpflegung des Bayerischen Ernährungsministeriums hilft Lösungswege für individuelle Herausforderungen in der Verpflegung vor Ort zu finden. Auch im neuen Kita- und Schuljahr 2018/2019 werden wieder 5 Kitas und 8 Schulen von der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Oberbayern Ost nach den Bayerischen Leitlinien Kita- und Schulverpflegung gecoacht.Weitere Angebote der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Oberbayern Ost am Fachzentrum Ernährung /Gemeinschaftsverpflegung in Ebersberg findet man unter www.aelf-eb.bayern.de/ernaehrung oder www.schulverpflegung.bayern.de.

Schulradioteam liefert Beitrag zum Stolperstein für Johann Vogl

Mit einer Radiosendung, in welcher die Person des Stephanskirchener Kioskbesitzers Johann Vogl beleuchtet wurde, beteiligte sich unser Schulradio SimsseeWelle an der Verlegung der Stolpersteine in Stephanskirchen und Prutting.

Johann Vogl war ein Stephanskirchener Bürger, der sich als kritischer Denker und Freigeist wehement gegen das aufkommende Naziregime wandte und letztendlich dafür im Konzentrationslager ermordet wurde.

Bürgermeister Rainer Auer appelierte in seiner Ansprache an die zahlreichen Anwesenden, sich diesen Johann Vogl als Vorbild für Zivilcourage zu nehmen. In der gut besuchten Gedenkfeier im Rathausfoyer durfte unser Schulradioteam von Fr. Hoff die Entstehung ihres Radiobeitrages kurz schildern und Teile daraus den Zuschauern vorspielen. Dass es sich bei diesem Beitrag um ein zeitgeschichtlich wertvolles Werk handelt unterstreicht die Tatsache, dass er künftig im Geschichtsunterricht der städtischen Mädchenrealschule eingesetzt werden soll.

Unter den Anwesenden waren auch die heute lebenden Verwandten von Johann Vogl und der Familie Block, deren ebenso tragisches Schicksal mit fünf Stolpersteinen in Niedernburg/Prutting gedacht wurde. Gänsehautfeeling machte sich breit, als zum Abschluss ein Kantor einer jüdischen Gemeinde gemeinsam mit den Hinterbliebenen einen jüdischen Psalm sang.

Die Recherche nach dem Leben und den Beweggründen für die Beharrlichkeit des Johann Vogls, sich gegen die nazionalsozialistische Bewegung zu stemmen, berührte unser Schulradioteam so sehr, dass zusätzlich noch an einem Hörspiel über den Stephanskirchener Kioskbesitzer gearbeitet wird. Vielleicht lässt es sich schon bald am Stolperstein für Johann Vogl per QR-Code mit dem Handy von jedermann abhören …

Beide Sendungen werden auf jeden Fall demnächst auf unserer Schulradioseite zum Nachhören sein – also: hören Sie doch einmal rein!

2. Sitzung des Schulforums

Am 11.07. hat das Schulforum zum 2. Mal getagt und über weitreichende Beschlüsse für die OPS beraten und entschieden.

Auf der Tagesordnung standen unter anderem verschiedene Änderungen in der Hausordnung, sowie die Einführung der Lernplattform fronter für den Austausch mit Eltern und Schülern.

Das vollständige Protokoll der Sitzung finden Sie im Bereich OPS intern!

Hallo, ich wollte mich nun endlich mal kurz vorstellen….

Mein Name ist Buddy, ich bin am 12.01.2015 geboren und man sagt, dass ich ein Mischling bin.

Ich habe gemeinsam mit meinem Frauchen, Frau Appel, in den Pfingstferien 2018 eine Woche die Ausbildung zum Schulhund bei Familienhunde Malching e.V durchlaufen. Nun sind wir also ein TÜV-geprüftes Schulhunde- Schulhundeführerteam. Endlich darf ich also  an der OPS arbeiten und am Schulleben teilnehmen.

Meine Ausbildung wurde durch Spenden von Stephanskirchener Betrieben finanziert, denen ich allen sehr herzlich danke:
Getränkemarkt Juraschek, Schreibwaren Bleistift, Fam. Stief, Metzgerei Bauer, Küche und Mehr, Weinhaus Rothbucher´s da Vinci, Gasthof Antretter, Friseur S1 Hair Style, Haarzauber, Radl Sepp, Kaffee Altbacken, Südeloxal, Die Spanschachtel, Hörmann + Partner, Schuh Kiendl, Alpha San Apotheke und ein privater anonymer Spender.

Meine Aufgaben in der Schule sind vielfältig. Ich kann im Unterricht direkt eingesetzt werden, indem ich als lebendes Beispiel diene wie man richtig mit Hunden umgeht, ich helfe Respekt und Achtsamkeit gegenüber anderen Lebewesen zu vermitteln, ich kann Schreib- und Sprechanlässe im Deutsch oder Englischunterricht bieten oder auch das Aufstellen und Lösen von anschaulichen Aufgabenstellungen in Mathematik kann man an meinem Beispiel gut durchführen.

Allerdings habe ich auch „indirekte“ Aufgaben im Schulleben. So kann ich Schüler, denen es gerade nicht so gut geht, sehr gut trösten, indem ich mir deren Probleme geduldig erzählen lasse und mich auch sehr gerne dann zum Kuscheln bereitstelle, wenn die Schüler das gerade brauchen. Dann geht es ihnen oft ein bisschen besser. Es soll auch Schüler geben, die lieber zur Schule kommen, wenn sie wissen, dass ich dort auf sie warte, so kann ich angeblich auch das Lernklima positiv beeinflussen. Man hat mir gesagt, dass ich ein sehr lieber und geduldiger Hund bin. So habe ich auch schon Schülern geholfen ihre Ängste vor Hunden zu reduzieren oder sogar zu überwinden. Wenn jemand mich nicht streicheln möchte, dann muss er ja auch nicht, ich suche mir halt dann erst mal einen anderen Schüler, der Zeit für mich hat.

Einige Leute hatten Angst, dass ich die Schüler im Unterricht zu sehr ablenke, das ist aber nur in den ersten Tagen der Fall gewesen. Inzwischen habe ich meinen festen Platz im Klassenzimmer, dort liege ich auch zwischendurch sehr gerne und schlafe einfach. Wenn mich aber dann ein Schüler braucht, dann bin ich meist sofort zur Stelle.

Buddy und Fr. Appel

Bildwörterbuch der 1a der Otfried-Preußler-Grundschule in Stephanskirchen gewinnt einen Anerkennungspreis!

Beim diesjährigen landkreisweiten Wettbewerb „Heimat erleben“ wurde die Klasse 1a mit einem Anerkennungspreis von 100€ für ihr Bildwörterbuch geehrt.

„Bunt und vielfältig sind die Bilder in unserem Bildwörterbuch geworden- so bunt und erfrischend vielfältig, wie die Kinder in unserer Klasse sind. Bunt ist auch die Vielfalt der Sprachen und Dialekte, mit denen wir in Berührung kommen. Und so haben wir viele Wörter in den vielen Sprachen unserer Klasse zu unseren Bildern gesammelt.“

So ist ein farbenfrohes und einmaliges Buch entstanden- ein herzliches Dankeschön an alle, die uns dabei unterstützt haben!

Wer Interesse an einem Buch hat, wende sich bitte an die 1a.

K. Pape

Schulradio setzt sich mit dem Nationalsozialismus auseinander

Aktiv gegen rechtsradikales Denken

Wenn das Thema auch ernst ist, so haben die Mitglieder des Schulradios doch auch viel Spaß. Beispielsweise wenn das Schneidprogramm nicht so will, wie die Schulradiomitglieder wollen. © Johannes Thomae

Johann Vogl aus Stephanskirchen wurde von den Nationalsozialisten ermordet. Jetzt soll seiner durch einen sogenannten Stolperstein gedacht werden. Ein Projekt, in das auch Jugendliche eingebunden werden sollten. Die Arbeitsgruppe Schulradio der Mittelschule Stephanskirchen nahm die Herausforderung mit großem Engagement an.

Stephanskirchen – Man darf nicht aufhören, darüber zu reden, denn es war Unrecht. Im Gegenteil. Man müsste viel mehr darüber sprechen, denn man vergisst so leicht und die, die da dummes Zeug von sich geben, wissen meist einfach zu wenig. Dieser Satz zum Thema Judenverfolgung und Drittes Reich stammt nicht von Stephanskirchens Bürgermeister Rainer Auer, sondern vom 15-jährigen Nico, Mitglied des Schulradioteams der Stephanskirchener Mittelschule.

Rainer Auer wäre aber sicher 100-prozentig einverstanden mit dieser Äußerung – steckt in ihr doch viel von dem, weswegen man seiner Meinung nach die Erinnerung an Johann Vogl wachhalten sollte: Es geht erstens um die Überzeugung, dass man Dinge, die offensichtlich falsch laufen, weil sie den grundlegenden Regeln von einem anständigen Miteinander widersprechen, beim Namen nennen muss. Und zweitens geht es darum, dieser Überzeugung auch dann treu zu bleiben, wenn man ihretwegen etwas schwerer lebt, als ohne sie.

Ein Ziel – heute wieder wichtiger denn je. Aber schwere Kost für junge Leute im Alter von 14 bis 16, könnte man meinen. Nicht zuletzt, weil das Vorbild seit 80 Jahren tot ist und seine Person nur durch harte Arbeit, durch Lesen und Nachfragen, also durch Quellenarbeit und Recherche, wieder lebendig wird.

Die neun Schüler der Arbeitsgruppe aber stürzten sich mit Feuereifer auf die Aufgabe, umzingelten quasi das Thema gleich von mehreren Seiten. Einerseits gingen sie der Idee der Stolpersteine nach und wie diese in Stephanskirchen Fuß fasste, sprachen mit dem Initiator, mit Thomas Nowotny von der Initiative Erinnerungskultur, interviewten den Bürgermeister. Andererseits machten sie sich auf die Spuren von Johann Vogl, lasen, was es zu lesen gab, informierten sich bei Heimatpfleger Karl Mair.

Wacheres Gespür für Unrecht

Dass diese Beschäftigung nicht nur den Verstand, sondern bald auch das Gefühl der Schüler erfasste, mag daran liegen, dass der Mensch in diesem Alter noch ein wacheres Gespür für Unrecht hat, und auch noch die Gabe, sich unverstellt darüber zu empören. Es lag aber, wie Michaela Hoff, Lehrerin an der Schule und Projektleiterin des Schulradios erzählte, sicher auch an einem Besuch der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau zu Anfang des Projektes.

„Als wir an einem nebligen Novembertag nach Dachau fuhren, haben wir uns in aller Naivität vorgenommen, dort nach Johann Vogl zu suchen – eine Gedenktafel, eine Liste, irgendwo würde möglicherweise sein Name zu finden sein.“ Um so brutaler, so Michaela Hoff, war für die Schüler die Erkenntnis, dass dort so viele umgekommen sind, dass der einzelne Mensch vor seinem Leben noch seinen Namen verlor: Das, was aus einem Menschen aus Fleisch und Blut samt seinem Schicksal wurde, war eine bloße Zahl in dieser riesigen Kette der Ermordeten.

Für die Schüler ganz offensichtlich der Ansporn, der Person von Johann Vogl wieder so viel Leben zu geben, wie nur möglich. Sie arbeiten deshalb neben einer allgemeinen Reportage über das Stolpersteinprojekt in Stephanskirchen auch an einem Hörspiel speziell über Johann Vogl. Eine anspruchsvolle Herausforderung, wenn man die Sache so ernst nimmt, wie die Schulradiogruppe.

So hatten sie zum Beispiel die Idee, eine nächtliche Unterhaltung zwischen Johann Vogl und seiner Frau darzustellen, in der sie ihm sagt, dass sie Angst um ihn hat und er ihr erklärt, warum er sich weiterhin den Mund nicht verbieten lassen will. Eine Szene, wie sie in einer der beliebten historischen Fernsehdokus sicher zu sehen wäre.

Doch die Schüler bekamen Zweifel: Wir wissen ja gar nicht wirklich, wie Johann Vogl und seine Frau zueinander standen, wie sie miteinander geredet haben. Nicht mal, ob sie sich überhaupt darüber unterhalten haben. Dürfen wir das dann trotzdem so darstellen, weil wir es dadurch schaffen, Johann Vogls Haltung lebendiger werden zu lassen? Hier beweisen 14- bis 16-jährige Mittelschüler eine Aufgeklärtheit und eine Sensibilität im Umgang mit der historischen Wahrheit, die selbst bei Medienprofis nicht immer die Regel ist.

Überraschend viel Nachdenklichkeit zeigt sich auch, wenn man wissen will, welche Erkenntnis sie aus der bisherigen Arbeit gewonnen haben. Unabhängig voneinander nennen so gut wie alle die Befürchtung, dass sich ähnliches wie im Dritten Reich durchaus wiederholen könnte. Dass das nichts war, was ein für allemal überwunden und damit Geschichte ist. Unterschiedlich ist, wie die einzelnen mit dieser Sorge umgehen. Manche wie die 15-jährige Maggie sind froh, dass die Gefahr bei aller Bewusstheit glücklicherweise noch relativ abstrakt bleibt: „Wenn ich drüber nachdenk‘“, sagt sie, „bekomm ich Schiss. Ich versuch aber, mir mein Leben dadurch nicht auf Dauer vermiesen zu lassen“. Andere wie Nico sind der Überzeugung, dass man jetzt und sofort anfangen muss, aktiv gegen rechtsradikales Denken vorzugehen worunter er vor allem aufklären versteht. Denn auch Rechtsradikalismus fängt seiner Meinung nach vergleichsweise harmlos an. „Wenn einer in der Klasse den Hitlergruß zeigt, dann macht er das, weil er provozieren will, sich dabei toll findet. So einer denkt sonst nicht weiter drüber nach. Dem muss man einfach sagen, was damit alles verbunden ist.“

Vogls Botschaft wieder lebendig machen

So hat der Stolperstein in Stephanskirchen im Grunde seinen Zweck schon erfüllt, bevor er überhaupt verlegt ist: Für die zehn Mitglieder des Schulradios ist die Person, das Schicksal und, wenn man so will, auch die Botschaft Johann Vogls wieder lebendig geworden. Ein „es passt schon so, wies derzeit ist“ wird es für sie so leicht nicht wieder geben.

Mehr noch: Sie tragen das, was sie erfahren haben, mit ihrem Schulradio in alle Klassen der Mittelschule und vielleicht sogar darüber hinaus: Angedacht ist, die Beiträge zum Projekt der Stolpersteine und zu Johann Vogl am Gedenkstein über jedes Smartphone abrufbar zu machen.

OVB 27.6.2018 / Johannes Thomae